Links KW9/10/11

Anne Schüssler: Frauen zählen

Das Problem, was wir mittlerweile haben, ist eben nicht, dass nicht prinzipiell klar wäre, dass sowas wie Gleichberechtigung eine gute Idee wäre und das Frauen jetzt nicht grundlegend schlechter sind als Männer. Diese Erkenntnis ist gesellschaftlich mittlerweile ganz gut angekommen und das ist sehr schön.

Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau ist heute deutlich subtiler und man muss da schon eher im Detail gucken und sich im Zweifelsfall dann eben über kleine Dinge aufregen, die eigentlich gar nicht schlimm sind, wenn sie nicht Teil eines viel größeren Problems wären.

Deswegen zähle ich Frauen.

Malte Welding: „Frau, die Milch kocht über“ – Frauen sind die Packesel der Emanzipation

Es verlangt mir schon übermenschliche Kräfte ab, zu entscheiden, mit welchen anderen Farben zusammen ein hellblaues Hemd gewaschen wird. Auch als Mann, der in einem gentrifizierten Viertel lebt, in dem sogar die
Rindersteaks, die ich beim Biometzger kaufe, in nicht-geschlechtsdiskriminierenden Ställen von veganen Lesbierinnen großgezogen wurden, mache ich eben nicht alles richtig.

Der Standard: Glutamat: Alles wird gut!

Glutamat hat die Gabe, Essen besser schmecken zu lassen – es verstärkt die Aromen, die wir wahrnehmen, wenn wir Essen im Mund haben. Und es ist zuständig für einen eigenen Geschmack, mit dem wir buchstäblich großgeworden sind: Menschliche Muttermilch enthält zehn Mal so viel Glutamat wie jene der Kuh. Der Stoff ist eigentlich ein Segen für die Küche – bloß sein schrecklicher Ruf steht ihm im Weg.

Die Geschichte diese Rufs beginnt in den USA der späten 1960er-Jahre. Sie handelt von Vorurteilen, Skepsis gegenüber der Lebensmittelindustrie – und, bei Lebensmitteln eher unerwartet: von Rassismus.

Chrismon: Kämpfen bis zum Schluss

Erst die Strafprozessordnung von 1877 trennte Anklage und Gericht. Die Staatsanwaltschaft klagt an, ihr Gegenüber ist die Verteidigung, der Richter urteilt. Der Vertei­diger ist der Garant dafür, dass jeder unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist. Sonst wäre der Rechtsstaat kein Rechtsstaat. Und sonst könnte Ahmed nicht ­helfen. Das ist ihm das Wichtigste, dass er Menschen in schwieriger Zeit begleitet. Und am schönsten sei es, wenn er es schafft, noch eine letzte Chance rauszu­holen.

Tagesspiegel: Im Namen der Rose

Über die Liebe in Deutschland hat er gelernt: „Je mehr Alkohol, desto größer ist sie.“ Sein Flirt bleibt nüchtern. Es sind die Frauen, denen er die Blumen anbietet. Dann wartet er. „Bis der Mann bezahlt.“ Denn die Frau will die Rose, und der Mann will die Frau. Es wäre schön zu sagen: Korim bringt die Liebe. Aber er weiß es ja besser.

Formschub: Essen ist fertig

Industriell zubereitete Lebensmittel und Fertiggerichte sparen in den meisten Fällen kein Geld, in vielen Fällen keine Zeit, aber in den allermeisten Fällen an Qualität und Geschmack.

Telepolis: zieh dir bitte etwas an!

Hier schließt sich der Kreis von den Kindern, die nicht nackt herumlaufen sollen, hin zu den Frauen, die sich keusch anziehen sollen – was in einer größtenteils sexualisierten Welt umso absurder ist.

Und etwas unterhaltsames: Der Atlas der Vorurteile

Ich liebe Pinguine ❤

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Links KW8/2013

Gehirn und Geist: Fakten statt Mythen

Doch Forschungsergebnisse zu den Themen Sexismus und sexuelle Belästigung spielen dabei bislang kaum eine Rolle. Dies ist befremdlich, da viele Argumente, die vorgebracht wurden, mit empirischen Befunden klar widerlegt (oder zum Teil auch belegt) werden können. Im Einzelnen sind uns folgende Punkte aufgefallen, auf die wir aus wissenschaftlicher Sicht eingehen möchten.

Culturmag: Zoe Beck zur Amazon-Debatte

Nein, das Internet ist nicht böse. Außerdem lässt es sich nicht einfach wieder abschaffen, warum auch. Jetzt kann man wieder darüber diskutieren, wer eigentlich böse ist. Die Politik, die Gesellschaft, vielleicht doch irgendwie das Internet, oder einfach nur die Internetnutzer. Also, nicht alle, aber viele. Oder wer jetzt?

flannel apparel: Extrem schön, extrem misogyn

Das, was in diesen Fernsehsendungen und in anderen Medienformaten geschieht, ist frauenverachtend. Sie oktroyieren Normen gewaltvoll auf Körper. Sie dokumentieren Gewalt am eigenen Körper, an der Seele und verherrlichen sie. Medien tragen massiv dazu bei, Schönheit und die Möglichkeiten, sich mit dem eigenen Körper wohlzufühlen, zu definieren und zu verengen. Die Vielfalt der Schönheit wird aus der Welt geschnitten. Sie wird nicht gesendet und nicht gedruckt. In der Welt dieser Bilder ist eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von ihrem Aussehen akzeptiert, respektiert und geliebt werden, passé. Nicht der Mensch wird respektiert, die Norm muss befolgt werden. Als einzige Option ein normales und erfülltes Leben führen zu können, wird der Kniefall vor dem Schönheitsdiktat ins Feld geführt.

FAZ: Liberalismus: Freiheit? Ach, Hauptsache, der Müll ist getrennt

Freiheit ist nicht so wichtig. Hauptsache, der Müll ist ordentlich getrennt. Meine Nachbarin schneidet sogar ihre alten Tetrapacks auf und stellt sie in den Geschirrspüler, bevor sie sie in die Wertstofftonne wirft. Nicht zu fassen, aber meine Nachbarin wäscht ihren Müll!

Journelle: Ich spiele nicht mit Kindern

Dabei will ich das gar nicht wissen, ich möchte viel lieber etwas lesen oder mich mit anderen Erwachsenen unterhalten, während sich die Kinder allein oder miteinander beschäftigen.

wirres.net: Kaffeehäuser

und das internet ist genau das geworden, was ich mir damals als ideales kaffeehaus vorgestellt habe. zeitschriften und zeitungen aus aller welt hängen kostenlos rum, überall sitzen intellektuelle, es herrscht lärm und rauschen — und doch findet man hier seine innere ruhe (beispielsweise wenn man ins internet reinschreibt)

Patschpatsch.com: Innereien, im Allgemeinen

Rohes, rotes Fleisch, rohe Emo­tio­nen, rohe Men­schlichkeiten. Was wir nicht triv­i­al­isieren und bis zur Unken­ntlichkeit verän­dern kön­nen, scheint uns Schwierigkeiten zu machen. Und weil mir keine char­mante Überleitung ein­fällt, nehmen wir mal die flache Vari­ante. Also, Fleis­ches­lust.
Na?

kittykoma.de: Was werden wir morgen essen?

Die in den 60ern geborenen Kinder sind die erste Generation, die in Deutschland ohne die Erfahrung von Hunger auf- und in den Nahrungsüberfluss hineinwächst. Die Generation, zu der auch ich gehöre. Trotzdem wurde ich von Menschen sozialisiert, in denen die Angst vor Hunger und Mangelversorgung noch tief steckte.

SZ: Polen: Mama, Papa, Wojtyla

In der Tat kann die Rolle, die Johannes Paul II. in der polnischen Gesellschaft weiterhin spielt, gar nicht überschätzt werden. In einer kirchlichen Landschaft, die zwischen Traditionalisten und Liberalen tief gespalten ist, gehört er zu den wenigen verbindenden Elementen.

Wild Germany: Pädophilie (erst ab 22 Uhr abrufbar)

Baby-Schnabeltiere 😀

Links KW7/2013

Ich werde versuchen, das häufiger zu machen (mein Ideal war ja jede Woche – aber der Freitag war dafür wohl nicht der geeignetste Tag, mal schauen).

Jockel und seine Oma lernen, wie Sterben wirklich geht

»Heute Morgen, da bin ich aufgewacht und habe gewusst, dass ich heute sterben werde. Ich kann dir nicht sagen, wieso, aber das wirst du noch lernen. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die spürt man einfach. Wen man lieben wird, zum Beispiel. Und mit wem man alt werden wird. Wohin man gehört in dieser Welt und was das Herz am liebsten tut. Das spürt man, wie du an deiner Knienarbe spürst und am Geruch in der Luft, dass der Winter kommt.

Die Zeit: Kölner U-Bahn: Fertig im Jahre 2613

Der Unterschied ist: Andere Städte nehmen die Sache ernst und wollen irgendwann fertig werden, Köln will nur bauen.

Guernica: Labiaplasty. An investigation of the most popular trend in the field of ‚vaginal rejuvenation‘ surgery.

Alinsod tells me he invented the Barbie in 2005. “I had been doing more conservative labiaplasties before then,” he says. “But I kept getting patients who wanted almost all of it off. They would come in and say, I want a ‘Barbie.’ So I developed a procedure that would give them this comfortable, athletic, petite look, safely.”

FAZ: Kinskis Kindfrauen

Eine Kindfrau wird sie durch den Blick und das Begehren des Mannes. Sie wandelt stets an der Grenze zwischen Femme Fatale und Femme fragile. Ihr Kennzeichen ist, dass sie ortlos ist – und sprachlos, ohne Geschichte.“

taz: „Man nennt das Liebeskummer“

Ich denke an das Gefühl von Abhängigkeit und Kontrollverlust, wenn der Rüde in mir hängt und ich ihm vertrauen muss, dass er nicht plötzlich losrennt. Was wichtig ist: In diesen Fantasien bin ich der Abhängige, nicht umgekehrt. Der Hund bestimmt, was passiert, nicht ich.

Kleinerdrei: Fleischeslust

Warum essen wir Fleisch? Warum fällt es uns (bzw. mir) eigentlich so schwer, auf Fleisch zu verzichten?

Noch zwei unterhaltsame Links: Had one Job und WTF, Evolution

Abschließend: ich möchte bitte ein Baby-Faultier:

Links KW4/2013

kleinerdrei: Die Pille danach und Deutschlands Angst davor

Im Ernst: Das Argument, dass besonders junge Mädchen sich aus Unwissenheit der Pille danach als Snack-Verhütung bedienen würden, ist erstens eine immer wieder unfassbare Unterstellung und zweitens durch Studien widerlegt. In 28 (!) europäischen Ländern sind die Erfahrungen mit der rezeptfreien Abgabe durchweg positiv. Doch statt dies als Vorbild für schnelle Hilfe zu nehmen und durch ein niedrigschwelliges Beratungsangebot bereits im (Grund-)Schulalter zu ergänzen, mauern in Deutschland konservatives Denken und Lobbyismus.

FAZ: Trennung – wenn die Liebe geht.

Von Anfang an sind es unsere hehren, überfrachteten Vorstellungen von der Liebe und dem perfekten Glück zu zweit, die zur Hypothek für Beziehungen werden. Dazu gehört insbesondere die Vorstellung von einem gleichberechtigten Geben und Nehmen, von einer Balance, in der es keine Gewinner, keine Verlierer gibt: Gerechtigkeit.

taz: Rape Culture – Die hässliche Wirklichkeit

Vielleicht ist Rape Culture irgendwie auch der Reflex einer Gesellschaft, Sexuelles wieder ins Private zurückdrängen zu wollen, in einer Welt, in der Sexdarstellungen und nackte Körper so allgegenwärtig geworden sind. Vielleicht ist es die Angst davor, von zu viel Gewalt zu erfahren, zu hässliche Dinge zu sehen oder zu hören. Oder gar die Angst, selbst Erlebtes wiederaufkommen zu lassen.