„Safety Tips for Ladies“ – oder gelungene Twitter-Mems

Twitter schafft es immer wieder, mir durchaus gute Laune zu bereiten, so auch mit den Vorschlägen, was Frauen tun könnten, um nicht vergewaltigt zu werden.

Erklärung hier

und die besten Tweets, die ich dazu gelesen habe:

#safetytipsforladies My underwear is made out of Capri Sun pouch material. You ever tried poking a hole in that shit?

— Sigers (@FlyLibrarian) 26. März 2013

#safetytipsforladies some lizards can remove their tails to escape predators. Try doing that with your vagina.

— Rachael Lefler (@RachaelLefler) 26. März 2013

#safetytipsforladies as 100% of rapes happen in 3D, we advise you to re-develop yourself for 2D, and turn sideways in the event of a threat.

— Tori N Turner (@miscreancy) 26. März 2013

#safetytipsforladies Most rape victims are human. Consider becoming an inanimate object, such as a a pencil or a building.

— yllek (@goodnightkelly) 26. März 2013

Actual last one: #safetytipsforladies Split yourself into 7 different horcruxes so you are only at risk of being 14% raped.

— Kevin Bondelli (@kbondelli) 26. März 2013

Rapists find extreme heat uncomfortable. Consider living in the center of the sun or other nearby star. #safetytipsforladies

— Regina Buenaobra (@Brinstar) 26. März 2013

Most rapes happen on Earth, so move to the moon.#safetytipsforladies

— CommanderShepard (@MyLittleFemShep) 26. März 2013

Rapists try to force themselves between your legs.Prevent this by becoming a mermaid #safetytipsforladies

— mollycrabapple (@mollycrabapple) 26. März 2013

I’m told rapes happen because of bad decisions. Never make any decisions. Decide nothing, ever. #safetytipsforladies

— Emmy Bengtson (@EmmyA2) 25. März 2013

#safetytipsforladies When leaving house, fill mouth with ink. If attacked, squirt ink at rapist, propel yourself to safety with your 8 limbs

— Bex B (@IamBexB) 25. März 2013

Most rapes happen above ground. Build a sprawling underground lair and adapt to a life without sun. #safetytipsforladies

— Dana Contreras (@DanaDanger) 25. März 2013

Rapes usually occur at places during times, invent your own space-time continuum and just go there. #safetytipsforladies

— Li Wi (@Liwi09) 25. März 2013

Most rapists are people you know. Shoot and kill everyone you know. #safetytipsforladies

— Imani ABL (@AngryBlackLady) 25. März 2013

Don’t be anywhere. 100% of rapes happen in places and locations. #safetytipsforladies

— Conna Stevenson (@1000DaysOfRain) 25. März 2013

If you are attacked, go Super Saiyajin. Your pubic hair will go blonde & spiky and shred his boyparts. #safetytipsforladies

— N. K. Jemisin (@nkjemisin) 25. März 2013

Consider splicing your genes with those of a pufferfish so that you expand with spikiness whenever a rapist comes near #safetytipsforladies

— Kim (@CaptKimothy) 25. März 2013

When going anywhere alone, set yourself on fire.Remember:They can’t rape you if you’re on fire.#safetytipsforladies

— RamenKing (@RamenKing) 25. März 2013

#aufschrei – weil mir das Thema so wichtig ist

Ich kann nur jedem empfehlen, sich einmal auf Twitter umzusehen, was dort unter dem Hashtag #aufschrei läuft. Man könnte meinen, es ist unglaublich – wenn man nicht selbst immer wieder mit solchen Dingen konfrontiert wird. Ich habe es verhältnismäßig gut, nehme ich an, da ich kaum auf so etwas stoße (vielleicht bin ich auch einfach nur gut darin, die Außenwelt auszublenden, zumindest in Bus und Bahn, während ich lese), aber auch mir begegnet das immer wieder. Männer, die einen anfassen; Männer, die einen zu einem Date nötigen wollen, das „Nein, kein Interesse“ ignorieren und erst bei „Ich habe einen Freund“ aufgeben; Männer, die das Aussehen/die Kleidung/das Verhalten kommentieren; Männer, die einen anstarren. Oh, nicht zu vergessen übrigens der eine Bekannte, der meinte „Aber du willst es doch auch“. Und ja, in den meisten Situationen bin ich einfach nicht schlagfertig genug, da entsprechend zu reagieren. Die Ausnahme bildet wohl alles Körperliche, da bin ich sehr schnell dabei, aggressiv zu reagieren, weil das eine totale Grenzverletzung ist, auf die ich gar nicht anders reagieren kann.
Und was mich dann tatsächlich stört: Menschen, die man mag, die reagieren mit: Das wird alles total überdramatisiert, genau wie bei Kachelmann und Assange, die dummen Sprüche könne man einfach ignorieren, man müsse sich nicht als armes wehrloses Opfer darstellen. Die gleichen Menschen, die einem sagen, dass man nachts doch besser nicht an bestimmten Orten entlanglaufen sollte, damit einem nichts passiert. Denen also sehr wohl bewusst ist, dass es dieses Problem in der Gesellschaft gibt. Und ja, man kann diese Sprüche und Blicke ignorieren – aber ich fühle mich trotzdem unwohl damit, solchen Dingen immer wieder zu begegnen. An Tagen, wo so etwas gehäuft auftritt, fühle ich mich manchmal wie Freiwild und das ist nicht gut für das Selbstwertgefühl, das ist nicht gut dafür, sich offen und frei in der Gesellschaft bewegen zu wollen.

Und für eben diese Menschen ein paar Links:
kleinerdrei – Normal ist das nicht
Mädchenmannschaft – Wie #aufschrei-en
Happy Schnitzel – Besser spät als nie. Die Sexismus-Debatte.

Und all die anderen Links, die auf diesen Seiten verlinkt sind. Lest es, fragt wie es euch damit gehen würde.

Und ja, auch Männer werden sexuell belästigt. Auch Männer geraten in Situationen, in denen sie sich nicht wohl fühlen, wo sie nicht wissen, wie sie da wieder rauskommen. Für mich ist der Unterschied aber einfach: Männern wird nicht seit Jahren von Eltern/Freund*innen/Partner*innen eingeredet, dass sie aufpassen sollen, dass sie nachts nicht dort und dort lang laufen sollen, dass ihnen dann schlimme Dinge passieren können. Das ist für mich etwas anderes – trotzdem ist auch das keinesfalls okay und sollte ebenfalls nicht vorkommen.

Ergänzend: Eine Link-Sammlung