#aufschrei – weil mir das Thema so wichtig ist

Ich kann nur jedem empfehlen, sich einmal auf Twitter umzusehen, was dort unter dem Hashtag #aufschrei läuft. Man könnte meinen, es ist unglaublich – wenn man nicht selbst immer wieder mit solchen Dingen konfrontiert wird. Ich habe es verhältnismäßig gut, nehme ich an, da ich kaum auf so etwas stoße (vielleicht bin ich auch einfach nur gut darin, die Außenwelt auszublenden, zumindest in Bus und Bahn, während ich lese), aber auch mir begegnet das immer wieder. Männer, die einen anfassen; Männer, die einen zu einem Date nötigen wollen, das “Nein, kein Interesse” ignorieren und erst bei “Ich habe einen Freund” aufgeben; Männer, die das Aussehen/die Kleidung/das Verhalten kommentieren; Männer, die einen anstarren. Oh, nicht zu vergessen übrigens der eine Bekannte, der meinte “Aber du willst es doch auch”. Und ja, in den meisten Situationen bin ich einfach nicht schlagfertig genug, da entsprechend zu reagieren. Die Ausnahme bildet wohl alles Körperliche, da bin ich sehr schnell dabei, aggressiv zu reagieren, weil das eine totale Grenzverletzung ist, auf die ich gar nicht anders reagieren kann.
Und was mich dann tatsächlich stört: Menschen, die man mag, die reagieren mit: Das wird alles total überdramatisiert, genau wie bei Kachelmann und Assange, die dummen Sprüche könne man einfach ignorieren, man müsse sich nicht als armes wehrloses Opfer darstellen. Die gleichen Menschen, die einem sagen, dass man nachts doch besser nicht an bestimmten Orten entlanglaufen sollte, damit einem nichts passiert. Denen also sehr wohl bewusst ist, dass es dieses Problem in der Gesellschaft gibt. Und ja, man kann diese Sprüche und Blicke ignorieren – aber ich fühle mich trotzdem unwohl damit, solchen Dingen immer wieder zu begegnen. An Tagen, wo so etwas gehäuft auftritt, fühle ich mich manchmal wie Freiwild und das ist nicht gut für das Selbstwertgefühl, das ist nicht gut dafür, sich offen und frei in der Gesellschaft bewegen zu wollen.

Und für eben diese Menschen ein paar Links:
kleinerdrei – Normal ist das nicht
Mädchenmannschaft – Wie #aufschrei-en
Happy Schnitzel – Besser spät als nie. Die Sexismus-Debatte.

Und all die anderen Links, die auf diesen Seiten verlinkt sind. Lest es, fragt wie es euch damit gehen würde.

Und ja, auch Männer werden sexuell belästigt. Auch Männer geraten in Situationen, in denen sie sich nicht wohl fühlen, wo sie nicht wissen, wie sie da wieder rauskommen. Für mich ist der Unterschied aber einfach: Männern wird nicht seit Jahren von Eltern/Freund*innen/Partner*innen eingeredet, dass sie aufpassen sollen, dass sie nachts nicht dort und dort lang laufen sollen, dass ihnen dann schlimme Dinge passieren können. Das ist für mich etwas anderes – trotzdem ist auch das keinesfalls okay und sollte ebenfalls nicht vorkommen.

Ergänzend: Eine Link-Sammlung

About these ads

Ein Gedanke zu “#aufschrei – weil mir das Thema so wichtig ist

  1. Pingback: Sexismus im Alltag – Das Private ist politisch? Der #Aufschrei gilt nicht Brüderle - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach – http://gruene.wettach.org

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s